Thementafel Nr. 7 der Wasserausstellung

"Das Wasser(problem) unserer Region"
Geprüfte Ansätze

Lösungen für Probleme liegen nicht am Wegesrand und hängen auhc nicht an Bäumen. Allerdings gibt es für jedes Problem vielfältige Möglichkeiten eine Lösung herbeizuführen. In unserer heutigen sehr vielschichtigen Gesellschaft muss jede Entscheidung jedoch auch gegenüber vielen Interessenfeldern abgewogen werden.

Beispielsweise kann eine einfach Lösung für den See schlecht für ein anderes umliegendes Ökosystem ausfallen. 

Unsere Bürgerinitiative hat daher versucht die wissenschaftlich und sachlich vielversprechendsten, d. h. politisch, wirtschaftlich und ökologisch, durchsetzbaren Lösungsansätze zu untersuchen. 

Die vier bestmöglichen Lösungen sowie die zum derzeitigen Zeitpunkt  getroffenen Entscheidungen werden auf dieser Thementafel vorgestellt.

Thementafel 7: Geprüfte Ansätze

Es gibt stets eine Vielfalt an Möglichkeiten ein Problem zu bewältigen. Da der Wasserverlust des Straussee von diversen Faktoren beeinflusst wird, wurden vier realistische Ansätze geprüft.

Mit Gründung der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussee e.V. im Jahr 2019 war zunächst oberste Priorität, verschiedenste Ansätze zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes zu prüfen.

Zu diesem Zweck wurden mehrere Arbeitsgruppen gegründet, welche sich inhaltlich mit je einem der rechts aufgeführten Themengebiete beschäftigte.

Ansatz Nr. 1: Regionales Klärwerk

Damit Abwasser nicht nur aus der Region abgeführt wird, wurde geprüft, ob ein lokales Klärwerk errichtet werden könnte. Leider existiert bisher noch keine praktikable Technologie um ein solches Klärwerk ohne ein Fließgewässer zu betreiben. Vor allem die bisher nicht vollständige Filterung/Eliminierung von Phosphor und anderen mikrobischen Chemikalien verhindert die Einleitung in ein Stillgewässer wie den Straussee.

Ansatz Nr. 2: Bye-Pass-Lösung

Zur schnellen bzw. kurzfristigen Stabilisierung des Straussee-Pegels wurde vorgeschlagen, einen Bye-Pass via Rohrleitung vom Fängersee zum Straussee in den Wintermonaten einzurichten. Allerdings wurde dieser Vorschlag als zu unsicher eingeschätzt, da die Auswirkungen auf den Fänger- und Bötzsee nicht abschätzbar sind und darüber hinaus naturschutzrechtliche Belange gegen eine Rohrverlegung sprechen würden.

Ansatz Nr. 3: Tagebauwasser aus Rüdersdorf

Für den Abbau von Kalkstein im Tagebau in Rüdersdorf bei Berlin werden jährlich 12 Mio. Kubikmeter Grundwasser in den Kriensee abgepumpt und in die Spree geleitet. Der Straussee könnte seinen Wasserhaushalt mit nur 10 % dieser Wassermenge mittelfristig regenerieren. Zu prüfen sind jedoch die Auswirkungen auf die Schifffahrt sowie die “Wasserkompatiblität” auf chemischer Ebene und die Wasserrückführung zum Straussee.

Ansatz Nr. 4: Abwasserrecycling

Mit dem Ausbau der 4. und 5. Reinigungsstufe könnte recyceltes Abwasser zur Grundwasseranreicherung genutzt werden. Hierfür muss jedoch zunächst ein technischer Ausbau erfolgen und entsprechende Leitungen für eine Teilstromrückführung verlegt werden. In Kombination mit dem Rohrleitungsprojekt von Rüdersdorf würde dies eine langfristige Lösung darstellen.

Nach Konsultation mit Gutachtern, Wissenschaftlern und Experten sowie eine Auswertung aller Ergebnisse, verblieb nur eine erfolgsversprechende Strategiekombination:

Es sollte eine (Teil-) Wasserrückführung aus dem Tagebaugebiet Rüdersdorf sowie recyceltem Abwasser aus Münchehofe verfolgt werden.

Auf Grundlage der gewonnen Erkenntnisse wurde eine dauerhafte Taskforce gegründet, welche die Stadt Strausberg aktiv bei dem Ziel der Seerettung unterstützt und berät.

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